Hohenstein Konzerte

Hohenstein Konzerte

Michael Klostermann und seine Egerländer

Mit neun Jahren lernte er das Klavierspielen. Nach und nach lernte er verschiedene Blasinstrumente kennen, bis er im Tenorhorn seinen persönlichen Favoriten entdeckte. 1983 kam der Polizeihauptkommissar hauptberuflich als Tenorist zum Hessischen Polizeiorchester. 1984 gründete er sein eigenes Blasorchester „Michael Klostermann und seine Musikanten“.
Michael Klostermann und seine Musikanten
Michael Klostermann
Allgemeine Informationen
Genre(s) Blasmusik
Gründung 1984
Aktuelle Besetzung
* Michael Klostermann (Leiter)

Wolfgang Gutmann (Es-Klarinette, Flöte)
Uwe Welsch (B-Klarinette)
Frank Brunnenmiller (B-Klarinette)
Jochem Beyer (B-Klarinette)
Rene Huber (B-Klarinette)
Wilfried Bernath (B-Klarinette)
Hans Bruss (B-Klarinette)
Julia Klostermann (B-Klarinette)
Marc Oberle (Trompete)
Christian Wieder (Trompete)
Adam Rixer (Trompete)
Matthias Müller (Trompete)
Mario Lorenz (Flügelhorn)
Gerhard Schultheis (Flügelhorn)
Christoph Geza Haider Kroiss (Flügelhorn)
Timo Dellweg (Flügelhorn)
Jörg Kockelmann (Flügelhorn)
Mathias Loris (Flügelhorn)
Mathias Quint (Flügelhorn)
Holger Dries (Flügelhorn)
Michael Maier (Tenorhorn)
Carsten Ebinghaus (Tenorhorn)
Andreas Hoffmann (Tenorhorn)
Bernd Hoffmann (Tenorhorn)
Thomas Dold (Tenorhorn)
Alexander Wurz (Tenorhorn)
Markus Mikusch (Tenorhorn)
Josef Minet (Posaune)
Michael Helmes (Posaune)
Bernhard Vanecek (Posaune)
Kurt Goldmann (Posaune)
Paul Spengler (Tuba)
Harald Sandmann (Tuba)
Manfred Kahmen (Tuba)
Dominik Misterek (Tuba)
Stefan Klein (Schlagzeug)
Christian Diederich (Schlagzeug)
Steffen Welsch (Schlagzeug)
Julia Göttler (Gesang)
Katharina Klingler (Gesang)
Elke Weimert (Gesang)

Stilrichtung dieses Orchesters ist die Böhmische Blasmusik, die vor allem Ernst Mosch mit seinen Egerländern etablierte. 1986 gewann das Orchester von Klostermann das 6. Internationale Treffen der Blaskapellen in Prag. Fast alle Titel schrieb der Dirigent in Zusammenarbeit mit Franz Watz und Hans Bruss.

Michael Klostermann legt in seinen Kompositionen und Arrangements besonderen Wert auf die „melodische Linie“ und eine konvergente Artikulation. Im Klang des Orchesters ist ein weicher „Teppich“ von Tenorhorn/bariton mit besonderem Legato-Ausdruck ein unverkennbares Merkmal. Oft spielen diese Instrumente auch einen Kontrapunkt zu einer von den Flügelhörnern geführten Melodie. Themen werden typischerweise gelegentlich auch in schlichten, zweistimmigen Sexten von Flügelhörnern und Tenorhörnern geführt.

Ca. 1/3 der Titel ist besungen, meist im Duo Sopran-Tenor, einzelne Titel auch Sopran²(„Verliebt in die Blasmusik“) oder Tenor²/³ („Lieder sind Brücken). Michael Klostermann produzierte einige Tonträger mit spezieller Thematik/Besetzung:

1991 eine Weihnachts-LP/CD,
1992 die bekanntesten egerländer Titel, in Arrangements von Franz Watz,
1997 eine gelungene Synthese aus mährischer, böhmischer und Swing-Musik,
2010 eine Marschproduktion „Königsklänge der Marschmusik“, die sich durch ihre Präzision der Marschinterpretation besonders auszeichnet.

1999 produzierte Michael Klostermann eine Sonder-CD zum 50. Geburtstag von Franz Watz, 2000 die CD „Dankeschön Ernst Mosch“ mit dessen erfolgreichsten Titeln in neuen Arrangements, sowie zwei bis dato nicht veröffentlichten Kompositionen von Ernst Mosch.

Die Produktionen von 1999 bis 2004 wurden mit flacherem Klangbild produziert. Die Produktionen ab 2006 zeichnen sich wieder durch stärkere Lebendigkeit in der Klangdynamik aus.

Lange Jahre schrieb ausschließlich Franz Watz die Arrangements für das Orchester. Charakteristika seiner aufwendigen Bearbeitungen sind u.a. zahlreiche Dur-Moll-Wendungen, kontrapunktorische Dichte, starkes Einbeziehen der tiefen Instrumente in Motive, auffälliges Zusammenspiel Tuben plus Klarinetten. Franz Watz schrieb viele konzertante Titel für Michael Klostermann, namentlich die Bravour-Polkas „Das ist mein Leben“, „Jubiläumsfest“, „Freut euch des Lebens“ oder „Zärtlichkeiten“, und harmonisch besonders ausgewogene Walzer wie „Das böhmische Märchen“, „Walzermusik“, „Abendgedanken“ oder „Wenn die Rosen wieder blühen“, sowie einige Konzertmärsche wie z.B. „Kosakenritt“ oder „Hyperion“. Michael Klostermann schrieb ab 1989 erfolgreiche markante Titel selbst, z.B. „Julia-Polka“, „Dunkelgrüne Sterne“ oder „Musi‘ mit Herz“ oder „Träum dir diese Welt ganz einfach schön“.

Anspruchsvolle Solistentitel für fast alle Instrumente wurden im Laufe der Jahre produziert, z.B. „Tubazauber“ (1987), sowie besondere Zusammenspiele verschiedener Soloinstrumente wie Flügelhorn-Tenhorhorn-F-Tuba „Das Musikantentrio“ (1992), „Trompetenherz“ für zwei Trompeten (1992), oder die nur live vollständig gespielten Bravourpolkas „Zwei lustige Vagabunden“ (Tenorhorn/Bariton) und „Zwei lustige Brüder“ (Flügelhorn/Tenorhorn) von Franz Watz. Besonders herauszustellen ist die Bravourpolka „Solistentraum“ von 1996, in der 3-5 Tenorhörner/Baritone exponiert sind. Insbesondere die Triowiederholung mit hoher Sexte des Solo-Tenorhorns und die dynamische Überleitung zur Trio-Reprise gelten als ein musikalischer Höhepunkt des Ensembles.

Auch nach fast 30 Jahren sind einige Gründungsmitglieder des Orchesters ständige Mitglieder, namentlich Uwe Welsch, Mario Lorenz, Gerhard Schultheis, Holger Dries, Paul Spengler und Stefan Klein. 1986-87 stiessen einige talentierte Musiker aus dem Banat dazu, darunter Franz Tröster und Helmuth Kaszner. 1991/92 und erneut 1994/95 wurden mehrere Musiker, die von Michael Klostermann ausgebildet wurden, von Ernst Mosch berufen. Der personelle Stamm des Orchesters ist seit Jahren ohne größere Fluktuation, was Erhalt und Entfaltung des typischen Klostermann-Klanges begünstigt.

Namhafte Leiter anderer Orchester der böhmischen Blasmusik spielten zeitweise bei Michael Klostermann, so Ernst Hutter 1989-1992, Toni Scholl 1986-1992, Guido Henn 1989-1996, und Vlado Kumpan 2000-2001.

Nach dem Tode von Ernst Mosch gehörten neben den eigenen Titeln verstärkt auch egerländer Titel in memoria Ernst Mosch zum Live-Programm von Michael Klostermann, so dass Michael Klostermann seit Jahren als einer der kompetentesten Interpreten egerländer Titel gilt.

Ab 2001 strebte Michael Klostermann mit Erfolg erhöhte Eigenständigkeit in den Kompositionen und Arrangements an und schrieb verstärkt neue Melodien und Texte selbst, z.T. zusammen mit Hans Bruss. Es folgten viele Eigenkompositionen wie z.B. „Nimm dir Zeit“, „Die Zeit der Rosen“ oder „Goldener Oktober“. In einigen Motivmomenten werden Karel Vacek und Jaromir Vejvoda zitiert, was zum typisch böhmischen Charakter des Ensembles beiträgt.

Seine jüngste CD erschien 2011 unter dem Titel „Lieder, die man nie vergisst“ .